
Höhlenerforschung - Speläos
Kontaktdaten des Gruppenleiters
Gruppenleiter
Arne Kaiser
Kleiner Schäferkamp 56
20357 Hamburg
T 0171-122 56 66
arne.kaiser(at)hamburg.de
Auf in die Unterwelt
Text und Bilder: Arne Kaiser
Zappenduster! Verdammt, die Lampe ist schon wieder ausgegangen. In völliger Dunkelheit pelle ich meine kaltgefrorenen Finger aus den Gummihandschuhen, um die Flamme meiner Karbidlampe an meinem Helm wieder zu entzünden.
Hängt man mitten in einem Wasserfall an einem dünnen Seil, an dem man ähnlich einer Raupe nach oben dem Höhlenausgang entgegen robbt, ist das manchmal gar nicht so einfach.
60 m über mir zeigt einer kleiner tanzender Lichtpunkt, dass ich nicht ganz alleine bin, weit über mir kämpft sich Peter ebenfalls dem Höhlenausgang entgegen, allerdings hat er die unangenehme Passage durch den Wasserfall schon hinter sich und es trennt ihn nur noch eine Engstelle, die man auf allen vieren zurücklegen muss, von der Außenwelt.
Ungefähr eine halbe Stunde später bin auch ich draußen angekommen, kein trockener Faden mehr am Leib, die Kriechpassage durch den Schlamm hat überall ihre Spuren hinterlassen, sprich: wir sind von oben bis unten eingesaut.
Zum Glück steht der VW-Bus, mit dem wir unterwegs sind, nicht weit weg und es dauert nicht lange, bis die klammen Klamotten ausgezogen sind und etwas Warmes zu trinken auf dem Gaskocher steht.
Noch am gleichen Abend fangen wir an, über die schöne Tour zu schwelgen, die wir hinter uns haben und die zahlreichen Flüche des Tages sind vergessen. Auf den ersten Blick erscheint es ziemlich abwegig, sich freiwillig an solche Orte zu begeben, trotzdem zieht es uns immer wieder an diese unwirtlichen dunklen kalten Orte.
Die Faszination, die von einem Besuch einer Höhle ausgeht, ist vielen Menschen auch mit größter Mühe nicht zu vermitteln, denn kalte, enge und schlammige und nasse Orte, die man womöglich auch noch auf allen vieren durchqueren muss, das Schwimmen in Höhlenflüssen und das Durchtauchen von Siphonen gehören sicherlich nicht zu den angenehmsten Beschäftigungen, besonders wenn man davon erzählt bekommt während man im Wohnzimmer auf dem Sofa sitzt. Aber trotzdem sollte man es mal ausprobieren.
Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Höhlen, die jeweils ihre eigenen Reize haben, Tropfsteinhöhlen mit prächtigen Formationen, Kristallen und fragilen Sinterbecken, über das das Wasser strömt.
Andere Höhlen bestechen durch ihre Superlative, so ist seit letztem Jahr die tiefste Höhle der Welt vom Eingang bis an das jetzige Ende der Höhle bis auf über 2 km Tiefe erkundet worden. Es gibt Lavatunnel, die beim Ausfließen von dünnflüssiger Lava bei Vulkanausbrüchen entstehen und teilweise mit Tropfsteinen aus Lava aufwarten können.
Überall wo es große Eismassen gibt entstehen Schmelzwasserhöhlen im Eis, die ihr Aussehen manchmal binnen weniger Tage verändern, während Höhlen aus Kalkstein viele tausend Jahre überdauern.
Gerade diese Höhlen sind jedoch sehr gefährdet, da durch unachtsames Verhalten Schönheiten, die sich in vielen tausend Jahren entwickelt haben, Schaden nehmen können. Neben der notwendigen Ausrüstung und Ausbildung gehört also auch ein bewusster Umgang mit der Natur zu den Voraussetzungen eines Höhlenforschers.







