
Zwerge in Gramais
In die Berge sollte es gehen. Mit Sack und Pack. Und das ist bei Familien mit kleinen Kindern echt viel. So wurde auch für den ersten gemeinsamen Sommerurlaub der Zwerge der Familiengruppe eine Hütte mit Straßenanschluss gewählt. Am Ende einer schmalen, gegen Lawinen gut gesicherten Nabelschnur liegt die kleinste Gemeinde Österreichs Gramais in den Lechtaler Alpen im Gramaiser Tal inmitten von hohen Bergen. Hier hatten wir unser Domizil in einer für 5 Familien geeigneten Holzhütte gefunden (siehe www.familienhuette.at). Nach und nach trudelten die vier Familien Bersch, Gattermann, Grothkopp und Loges mit ihren vier eigenen Kindern und einem ausgeliehenem Kind bei der Hütte ein. Der Familie Loges wird unterstellt, das schlechte Wetter mitgebracht zu haben, wenigstens hätten die andern vor ihrem Eintreffen angeblich in der Badehose in der Sonne auf der Terrasse gesessen. Wer’s glaubt. Trotzdem war das schlechte Wetter nun da und so wurden vorerst nur kleine Erkundungswanderungen oder Shoppingtouren zum nächsten Laden oder nach Imst unternommen. Abends wurde schön gemeinsam gekocht oder auch mal die einfachere Variante des Essengehens genutzt. Das Wetter klarte zusehends auf und so wurden größere Wanderungen zu herrlichen Wasserfällen und Seen gewagt. Die Kleinen dabei meist in der Kraxe auf den Rücken ihrer Väter, die beiden Größeren mit ihren 4 und 8 Jahren fleißig auf ihren eigenen Füßen. Der Ausflug zu einer vielgepriesenen Alpe erwies sich insofern als ein Fehler, als dass die Wirtsleute mit dem Ansturm eines schönen Tages nicht zu Recht kamen und wir ewig auf unser Essen warten mussten und es in meinem Fall sogar gar nicht bekamen. Die Kleinen hatten sich von den Vortagen inspirieren lasen und sind ein großes Stück des steilen Weges selbst gelaufen. Die große Anziehungskraft von Wasser auf Kinder ist immer wieder erstaunlich. Es mussten stets Steine hinein geworfen werden. Frederika tat es denn auch mit ihrem Schnuller und hatte damit einen weniger. Später schleuderte sie einen weiteren in eine tiefe Schlucht und er ward nicht mehr gesehen. Aber bisher ist die Schnullerquelle noch nicht versiegt. Ob in der Hütte oder unterwegs, die Kinder spielten und tollten fröhlich miteinander umher und freuten sich ihrer Gesellschaft. Auch die Erwachsenen plauderten und lachten viel und planten die nächsten Ausflüge. Nach einer schönen Woche strebte alles wieder auseinander, den weiteren Urlaubszielen entgegen. Der nächste gemeinsame Urlaub kommt bestimmt, dann aber mit nicht ganz so steilen Bergen drum herum. Silke Loges


